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Panasonic GX 80 und ihr System

Panasonic Systemkameras begleiten mich in den letzten 2 Jahren immer wieder und die Häufigkeit nimmt zu. Sowohl im täglichen Fotografenalltag wie als auch in der privaten Street- und Reportagefotografie.

Nach der Anschaffung einer GH4 ist nun auch noch ein echtes Video System  dazugekommen.

 

 

Aktuell arbeite ich mit einer Panasonic GX8, und ich muss sagen, daß ich sie nicht mehr missen möchte. Anfang der Woche war ich nun eingeladen, die neue kleine Schwester der GX8, die GX80 ausgiebig zu testen. Die Firma Panasonic hatte eingeladen sich kritisch mit dem neuen Modell zu befassen, wie auch gleich das lang erwartete Leica Tele Zoom 100-400 mm auch noch zu testen. Die Tour führte in die „IN-City“ Berlin und hier mit einem Team der Firma www.go2know.de auf den Teufelsberg; eine Ehemalige Abhöranlage der amerikanischen Streitkräfte. Ein Lost-Place am Rande von Berlin. Ich hatte die GX 80 mit meinem 12-35mm f/2,8 ausgestattet. Das erste was auffällt ist die kompakte Bauart der Kamera. Wer den Vorgänger die GX7 kennt wird die Kompaktheit zu schätzen wissen. Einen entscheidenden Vorteil hat die GX 80 aber, sie ist mit dem neuen „5 Achsen Bildstabilisator“ von Panasonic ausgestattet welcher in Verbindung mit den bildstabilisierten OIS-Objektiven noch einmal gewaltig mehr Ruhe in das Geschehen bringt. Besonders bei dem neuen 100-400 mm Leica Zoom war es wirklich erstaunlich, wie stabil es selbst bei starken Windböen zu führen war.

 

 

Natürlich ist der Preis für die Kompaktheit ein Verzicht auf das zweite Einstellrad und die Schwenkbarkeit des ELV-Suchers, jedoch kenne ich aktuell keine Systemkamera in dieser Preisklasse, in welche mit einem 12-60 mm (24-120 mm) so viel High-Tech verpackt wurde und diese dennoch jackentaschenfreundlich ist.

 

Ein Spezialität der letzten G-Modelle sind die 4K Video und Foto Funktionen. Erst habe ich sie nur am Rande betrachtet doch nach 5 Monaten mit meiner GX8 muss ich sagen das sie wirklich Sinn machen. Der Aufwand den man mit Spiegelreflex-Kameras treiben muss, um gelungene Bewegungsstudien machen zu können ist doch recht hoch. Die meisten SLR´s in der Preisklasse um 1000 € haben höchstens 6 Bilder pro Sekunde Serienfunktion, was durch Spiegel und mechanischen Verschluss bedingt ist. Dagegen liefert eine GX 80 eine Serienbild Funktion mit 30 Bildern pro Sekunde. Wie aber macht sie es von der technischen Seite her? Grundlegend ist erst einmal festzustellen, dass sie eigentlich kein Foto macht, sondern ein Video. Videos bestehen aber auch nur aus Einzelbildern. Bisher war die Videotechnik aber im besten Fall auf HD, das heißt 2 Mega Pixel begrenzt. 2 Millionen Bildpunkte reichten für gute Video Ergebnisse eigentlich auch aus, doch möchte man ein Foto aus diesem Verlauf extrahieren ist die Qualität dann doch ehr mäßig. 4K Video oder UHD dagegen liefert eine enorm viel höhere Auflösung. Mit 30 Einzelbildern in 8 Megapixeln ca. 4x so hoch wie HD Video. Diesem Umstand bedenkend, sind die Entwickler von Panasonic auf die Idee gekommen einen Foto-Modus zu entwickeln der die 30 Einzelbilder direkt im üblichen JPG Foto Format auf den Speicher der Kamera ablegt. So erhält man die Möglichkeit eine kurze Video Sequenz aufzuzeichnen und über eine Motion-Anzeige auf dem Display der Kamera das ideale Fotomotiv aus der Serie dann als Einzelbild abzulegen. Das ist High-Tech! Es lässt den Fotografen Dinge fotografieren die früher nur von Profis mit extrem teurem Equipment hätten festgehalten werden können.

 

Herzlichen Glückwunsch so macht 4K Sinn.

Häufig höre ich in meiner täglichen Arbeit an der Hardware-Theke im Verkauf, den Wunsch nach Vollformat-Sensoren und es gibt natürlich auch Gründe für den Gebrauch dieser Technik, doch schaue ich mir die aktuelle Range der G-Modelle an ist ein Argument inzwischen nicht mehr so richtig Stichhaltig. Die Bilddaten der Sensoren selbst bei 3200 ASA haben immer noch eine Bildqualität die für fast alle Zwecke optimal ist. Das war vor 4 Jahren noch den großen Boliden von Canon und Nikon vorbehalten, ist aber heute in kleineren Gehäusen für unter 1000 € bei Panasonic zu haben. Vergrößerungen von 30×45 oder sogar 40×60 sind bei einer GX8 absolut zufriedenstellend zu Entwickeln. Und seien wir mal ehrlich, so häufig kommt das nicht vor.

Auch bei dem Spieltrieb sind einem In der G-Serie keine Grenzen Gesetzt. Zwei große Anwendungsfelder legt Panasonic in getrennten Bedienmenüs fest. Das eine sind die bekannten „Scene Menüs“ über die man direkt Bildsituationen an Hand von Bildbeispielen auswählen kann. 24 verschiedene Bildbeispiele befassen sich mit Nachtaufnahmen, Gegenlicht und Stimmungsmotiven sowie Aktion aber auch schwarz/weiss oder Portrait. Das zweite Themenfeld behandelt das Thema „Bildnachbearbeitung und Effekte“. Natürlich ist es auch möglich ähnliche Effekte in einem Bildbearbeitungsprogramm zu erstellen, doch dafür ist um gleiche Qualität zu erreichen schon einiges an Knowhow von Nöten. Nehmen wir zum Beispiel mal den (Old Effekt) der mich nachhaltig beeindruckt hat. Hier wird nicht nur einfach ein Farbfilter über das Bild gelegt, wie man Ihn in vielen Kameras findet sondern es kommt mir vor als würde auf Basis eines Look-up-tables gearbeitet. Das heißt das helle und dunkle Bildbereiche in Ihrer Gradation Dynamik und Farbsättigung unterschiedlich gesteuert werden. Das führt zu sehr schönen Licht- und Farbverläufen die wirklich in Photoshop nicht ganz so einfach zu erreichen sind und erst recht nicht so schnell. Gleiches gilt für die die Weichzeichnungs- und Monochromeffekte.

Panasonic GX 80 bei 1/80, f/2,8, ISO2500

Panasonic GX 80 bei 1/80, f/2,8, ISO2500

Alles in allem muss ich sagen; das G-System ist inzwischen eines der stimmigsten Gesamtkonzepte auf dem Markt und ich persönlich werde Ihm weiterhin treu bleiben.


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